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30.4.2017 : 10:50 : +0200
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Große Mühlentour

Die Region um Lengefeld wird nicht nur, wie das restlichen Erzgebirge, vom Bergbau geprägt, sondern auch von den Mühlen, die es im Born- und Heinzewald reichlich gab. Viele von ihnen standen auch in Beziehung zum Bergbau. Es gab Brett- und Schneidemühlen, Mahlmühlen und Pochwerke, die Erz zerkleinerten. Das Neunzehnhainer Gebiet, welches jetzt von zwei Talsperren geprägt wird, beherbergte mal 19 Mühlen, so die Sage. Die meisten lagen am Lautenbach, der jetzt die Stauweiher speist. Die letzen Mühlen wurden um 1900 abgerissen, wegen des Trinkwassereinzugsbereiches der Talsperren. Damals kaufte die Stadt Chemnitz sämtliche Ländereien im Born- und Heinzewald und veranlasste die Räumung und den Abriss von verschiedenen Ansiedlungen, wie zum Beispiel der Gemeinde Bornwald. Übrig geblieben sind teilweise nur noch die Bezeichnungen, die auf die Mühlen hinweisen.
Vom Forsthaus aus geht es erstmal gemütlich am Roßbach entlang bergab. Ein Kleinod erschließt sich dem Radler schon kurz nach dem Start - die Roßbachwiesen, herrliche Naturwiesen mit seltenen Pflanzen, wie zum Beispiel dem Geflecktem Knabenkraut, einer einheimischen Orchideenart. Die Roßbachwiesen durchqueren wir auf einem leicht zufahrenden, abschüssigem Pfad, der uns dann in den Wald führt. Das Waldstück nach diesen Wiesen verbirgt ein Relikt der Bergbaugeschichte im Lengefelder Revier. Links sieht man den Günter-Bauer-Steinbruch, einen der drei Kalkbrüche, die es mal gab. Links direkt an der Strecke sieht man noch die Reste eines Erdbrandofens, wo früher mal der Kalk gebrannt wurde.
Von "Österreich" aus geht es dann ins Lautenbachtal zur Talsperre Neunzehnhain I, auch Talsperre an der Klatschmühle genannt. Dem Teerweg folgend kommt man dann zur Hammermühle. Schon der Name deutet auf ein altes Pochwerk hin. Links das große Gebäude war bis in die 60iger Jahre des letzen Jahrhunderts eine Gaststätte. Rechts gegenüber, der jetzige Schuppen war das alte Pochwerk. Selbst die Bezeichnungen der Wege im Bornwald deuten auf die Mühlen hin, Alter Kalkweg, Börnichner Hammerweg, etc. Wir folgen dem Börnichner Hammerweg weiter Richtung "Kühtor" und "Bleiche" nach Börnichen.
Diese Tour berührt zeitweise die beschilderten Touren der Miriquidi-Bike-Trails, so auch in Börnichen. Diese führen den Biker auch zur Schwarzmühle. Das ist ein sehr interessanter Ort, einmal weil man dort Konrad Martin bei seiner Arbeit beobachten kann. Er ist einer der letzen Förmchenstecher. Zur Erklärung: Er stellt Butterförmchen her. Heute sind sie schöne Mitbringsel aus dem Erzgebirge, aber in alter Zeit dienten sie dazu die Butter in Form zu bringen. Das sah nicht nur schön aus, die Butter wurde dadurch auch abgemessen. Interessant ist auch die alte Wasserturbine in der Schwarzmühle, die Konrad Martin bei Bedarf anwirft. Führungen gibt es auf Anmeldung oder zum Tag des Handwerkes, zum Tag des Offenen Denkmals und zum Mühlentag. Ein Stop lohnt sich alle mal. Besuchen sie Herrn Martin ruhig mal in seiner Werkstatt.
Nach einer kleinen Rast folgt man weiter der Bikemarkierung Richtung Grünhainichen, Fuchsturm. In Grünhainichen lohn ein Besuch der Spanziehmühle, das ist eine urig eingerichtete Gaststätte, wo man auch noch sein Wissen über die Mühlen auffrischen kann.
Nach einem Asphaltdownhill in Grünhainichen findet man sich ganz schnell im Flöhatal wieder. Auf dem rotweiß markierten Flöhatal(wander)weg fährt man rechts-seitig flussaufwärts bis zur Floßmühle. Dort wird auch jetzt noch Mehl gemahlen. Weiter Flöhaaufwärts berührt die Route noch die alte Vogelmühle und in der Nähe vom Bahnhof Reifland fährt man an den Gebäuden der ehemaligen Seifertmühle vorbei. Dabei verlässt man nie den Flöhatal(wander)weg.
Von Rauenstein, einem Ortsteil von Lengefeld aus geht es dann weiter über den Hammelberg nach Pockau. Dort lohnt dann ein Besuch der Ölmühle. Durch die Hochwasser der letzten Jahre wurde sie unheimlich in Mitleidenschaft gezogen. Aber die Mitglieder des Pockauer Mühlenvereins haben sie liebevoll immer wieder aufgebaut. Kurz nach der Ölmühle sieht man auch noch die Schubertschneidmühle, eine Brettmühle. Sie wird seit dem letzten Hochwasser nicht mehr genutzt.
In Pockau sollte man durch aus noch mal Kraft getankt haben, weil es nun kräftezehrend bergauf geht. Von der so genannten Vollebene aus erschließt sich noch mal ein herrliches Panorama. Der Blick schweift von Pockau aus nach links über Görsdorf, weiter Richtung Lengefeld, wo man nur den Kirchturm sieht bis in Richtung Obervorwerk (Lengefeld) mit dem Hotel Waldesruh. Indirekt mit den Mühlen haben die so genannten "Dörrhäuser" bei Lauterbach zutun, die wir nun in einer Senke passieren. Dort wurde früher der Leinen gedörrt, also getrocknet, bevor er weiter verarbeitet werden konnte. Der Straße folgt man dann bis zum Kalkwerk mit dem Museum Kalkwerk. Am ehemaligen Tagebruch vorbei geht die Strecke in Sichtweite des neuen Kalkwerkes GEOMIN weiter bis zur B101 und zurück zum Ausgangspunkt.

Hinweise:

  • technisch nicht all zu schwere Tour Mountainbikes
  • gute Ausdauer und Kondition wird voraus gesetzt
  • Das Wasser in der Nähe der Talsperren kann getrunken werden
  • Roßbach, Flöha und Pockau sind kein Trinkwasser!!

Gasthäuser:
Gasthof Forsthaus Lengefeld/Vorwerk,
Gasthof Spanziehmühle Grünhainichen,
Haus Rauenstein Lengefeld/Rauenstein,
Café Mauersberger Pockau,
Gasthof Schröter Pockau,
Hotel Bergschlößchen Pockau,
Gasthof Kalkwerk Lengefeld/Kalkwerk
Bikeshops:
Rad`l Lad`l Lengefeld Augustusburger Straße,
Zweirad Hunger Pockau an der B101,
Bike+Sport Pulsschlag in Olbernhau,
Radsport Weinhold in Marienberg,
empfohlen auch Fahrrad Bauer in Gelenau
Anreise:
Start der Tour ist am Gasthof Forsthaus in Lengefeld/Vorwerk.

Anfahrt ins Vorwerk
Diagramm

Roadbook
auch als NaviiON-Tour

 

Große Mühlentour

Fahrzeit: ca. 2,5 h
   
Länge: 36,27 km
   
Höhenmeter: 985 hm
   
Tiefster Punkt: 450 m ünN
   
Höchster Punkt: 711 m ünN
   
Schwierigkeit: ****
   
   
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